Bosnien-Herzegowina


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Bosnien und Herzegowina ist in zwei Entitäten, die Republika Srpska (Serbische Republik) und die Föderation Bosnien und Herzegowina (bosnische Muslime und Kroaten), eingeteilt. Hinzu kommt der gemeinsam verwaltete Distrikt Brcko. Die Föderation Bosnien und Herzegowina besteht ihrerseits aus zehn Kantonen, die eine weitgehende Autonomie haben.
Bosnien und Herzegowina ist eine ehemalige jugoslawische Republik, die nach dem Zerfall Jugoslawiens 1991 in einem blutigen Krieg bis 1995 umkämpft war. Mit dem Friedensvertrag von Dayton 1995 wurde dieser Staat aus drei verfeindeten Parteien geschaffen. Um überhaupt funktionsfähig zu sein, bedurfte die Union eines ausgeklügelten Verfassungsrahmens und der Kontrolle durch einen Beauftragten der internationalen Gemeinschaft. Inzwischen scheint das Gebilde einigermaßen stabil, von touristischen Reisen wird heute durch das deutsche Auswärtige Amt nicht mehr abgeraten.
In der ethnischen und kulturellen Vielfalt liegen neben der Schönheit der Natur die Reize für Reisen nach Bosnien-Herzegowina. Sarajevo und Mostar leben von einer langen Geschichte in unterschiedlichen Nationen. Ein großer Teil des Landes ist gebirgig und es gibt noch weite, unberührte Landschaften, die sich unter anderem zum Raften, Kanufahren und Wandern eignen. Aber Vorsicht: Es gibt noch immer größere Gebiete, die noch nicht von Minen geräumt sind!

Beliebteste Reiseziele

Sarajevo

Rang(0-10):16
Mostar

Rang(0-10):14
Banja Luka

Rang(0-10):10
Kupres

Rang(0-10):8
Bijeljina

Rang(0-10):8
Tuzla

Rang(0-10):6
Trebinje

Rang(0-10):6
Bihać

Rang(0-10):6
Zenica

Rang(0-10):6
Travnik

Rang(0-10):4
Neum

Rang(0-10):4
Doboj

Rang(0-10):4
Zvornik

Rang(0-10):4
Visoko

Rang(0-10):4
Stolac

Rang(0-10):4
Počitelj

Rang(0-10):4
Srebrenica

Rang(0-10):4
Jahorina

Rang(0-10):2
Jajce

Rang(0-10):2
Međugorje

Rang(0-10):2
Blagaj

Rang(0-10):2
Prijedor

Rang(0-10):2
Goražde

Rang(0-10):2
Čitluk

Rang(0-10):0
Ljubuški

Rang(0-10):0
Laktaši

Rang(0-10):0
Čapljina

Rang(0-10):0
Brčko

Rang(0-10):0
Blažuj

Rang(0-10):0
Čitluk

Rang(0-10):0
Široki Brijeg

Rang(0-10):0
Pale

Rang(0-10):0
Ilidža

Rang(0-10):0
Višići

Rang(0-10):0
Bileća

Rang(0-10):0
Livno

Rang(0-10):0
Konjic

Rang(0-10):0

Provinzen

Federation of Bosnia and Herzegovina   Karte
Republika Srpska   Karte

Anreise

Die Einreise ist nur mit einem gültigen Reisepass möglich. Seit dem 12. September 2002 können die Staatsangehörigen der Länder, die das Schengen-Abkommen unterzeichnet haben, sowie der Mitgliedsstaaten der Europäischen Union ihren Personalausweis als Reisedokument bei Einreise, Ausreise und Durchreise über das Hoheitsgebiet von Bosnien und Herzegowina benutzen. Ein Visum wird nicht benötigt. Für ausländische Staatsangehörige besteht bei einem Aufenthalt von mehr als 24 Stunden eine Meldepflicht bei einer Polizeibehörde. Diese wird bei Unterkunft in einem Hotel von diesem übernommen. Technische Geräte müssen (in größeren Mengen) bei der Einreise registriert werden - die Ausfuhr ist entsprechend nachzuweisen.

Flugzeug

Es gibt 3 internationale Flughäfen in Bosnien und Herzegowina: Sarajevo, Mostar und Tuzla. Hauptflughafen ist der internationale Flughafen (Aerodrom) in Sarajevo, der von jeder europäischen Metropole zu erreichen ist. Lufthansa fliegt täglich zwischen München und Sarajewo. Über Wien bestehen tägliche Umsteigeverbindungen nach Deutschland mit Austrian Airlines, über Budapest mit Malev. Avio Express fliegt samstags zwischen Düsseldorf und Sarajewo. Nach Frankfurt und München fliegen täglich Adria Airways über Laibach und Croatia über Zagreb. Des weiteren gibt es einen Flughafen in Banja Luka, der fast ausschließlich für innerbosnische und Flüge nach Serbien genutzt wird. Seit Frühjahr 2008 wird der Flughafen Banja Luka jedoch auch regelmäßig von der österreichischen Fluglinie Austrojet von Salzburg aus angeflogen.

Bahn

Das Bahnnetz in Bosnien und Herzegowina ist vor allem aufgrund der Kriegsschäden sehr dünn und die bestehenden Linien sind auf dieser Seite sichtbar. Es verkehren auf den Strecken einzelne Züge pro Tag. Dabei sind für die folgende beiden Hauptstrecken relevant: 1. (Zagreb-) Dobrljin - Banja Luka - Doboj - Zenica - Sarajevo - Konjic - Mostar - Čapljina - Ploče 2. Bosanski Šamac - Modriča - Doboj Diese Züge stehen für die Anreise derzeit zur Verfügung: - Tagesverbindung Zagreb - Banja Luka - Sarajevo - Mostar - Ploče - Nachtverbindung Zagreb - Banja Luka - Sarajevo mit Anschluss nach Mostar und Ploče - Tagesverbindung Budapest - Doboj - Sarajevo - Banja Luka - Beograd Eine Fahrt von Zagreb nach Banja Luka nimmt ca. 4h in Anspruch, nach Sarajevo 9h und nach Mostar geht es in ca. 12h. Von Budapest erreicht man Sarajevo in 12h. Die Verbindungen sind zwar langsam, jedoch bequem und ermöglichen einen schönen Einblick in die Natur. Vor allem die Strecke von Sarajevo nach Mostar nimmt einen äußerst reizvollen Weg. Die Fahrpreise liegen unter den Preisen für die Buslinien.

Bus

Es besteht ein gut ausgebautes Netz von Buslinien in Bosnien und Herzegowina. Jede Stadt innerhalb des Landes ist mit regelmäßigen Verbindungen zu erreichen. Aus Sarajevo, Mostar, Zenica, Tuzla, Bihać und Banja Luka fahren regelmäßig Busse in die Nachbarländer und ins fernere europäische Ausland. Die Busse sind allgemein sehr preiswert. So zahlt man für eine achtstündige Busfahrt von Belgrad nach Banja Luka umgerechnet lediglich 16 Euro. Eine Fahrt von Banja Luka nach Wien kostet umgerechnet 35 Euro. Der Busbahnhof in Banja Luka befindet sich ebenso wie der unmittelbar abgeschlossene Bahnhof an der äußersten Peripherie der Stadt. Die Innenstadt ist per Taxi oder mit etwa halbstündigem Fußmarsch zu erreichen. Innerhalb Sarajevos gibt es unzählige Buslinien, die häufig völlig überfüllt sind, aber dennoch ihren Zweck erfüllen.

Auto

Mit dem Auto nach Bosnien-Herzegowina zu fahren, ist ohne Klimaanlage anstrengend, denn die Sommer in diesem Land sind oft sehr heiß. Die Grüne Versicherungskarte ist bei der Einreise vorzulegen; sie gilt für ganz Bosnien und Herzegowina. Die Straßen sind teilweise durch den Krieg in Mitleidenschaft gezogen worden, allerdings sind die wichtigen Verbindungen wieder gut befahrbar. Die Straßen sind meist nur zweispurig. In Zukunft soll die Autobahn A1 auf 330 km Länge durch Bosnien führen. In der Republika Srpska ist die Beschilderung der Straßen und Orte bis auf wenige Ausnahmen ausschließlich in kyrillischer Schrift. Nicht jeder kleine Grenzübergang ist für Westeuropäer offen.

Mobilität

In Bosnien und Herzegowina besteht für Autofahrer die Verpflichtung, rund um die Uhr das Licht angeschaltet zu lassen. Geschieht dies nicht, ist ein Verwarnungsgeld in Höhe von 20 KM bzw. 10 € fällig. Man sollte sich von der Tatsache, dass viele in Bosnien und Herzegowina gemeldete Fahrzeuge diese Pflicht nicht ständig erfüllen, nicht ablenken lassen, da einige Polizisten insbesondere bei Touristen großen Wert auf die Einhaltung dieser Vorschrift zu legen scheinen. Des weiteren ist unbedingt ein Warndreieck, ein Satz mit Reservelampen und ein Abschleppseil mitzuführen. Ansonsten droht - je nach Ermessen der Polizei - ein Verwarnungsgeld in Höhe von 20-40 KM. Äußerst penibel sollten die Geschwindigkeitsregeln eingehalten werden. In Bosnien finden sehr häufig Geschwindigkeitskontrollen statt. Ebenfalls sollte Beachtung finden, dass die in Osteuropa und Balkanstaaten übliche Begrenzung des innerörtlichen Verkehrs von 60 km/h in Bosnien keine Anwendung findet. In Bosnien sind nur 50 km/h innerörtlich erlaubt!

Sprache

Serbokroatisch war früher die gemeinsame Sprache des Staates. Angesichts des Krieges in den Neunziger Jahren und dem Zerfall Jugoslawiens in verschiedene Nationalstaaten werden die im Land verwendeten Standardsprachen heute als Bosnisch, Kroatisch und Serbisch bezeichnet.
Die wichtigsten Phraseologismen und Ausdrücke für einen Touristen sind in jeder Sprachvariante gleich: "Guten Morgen" (Dobro jutro), "Guten Tag" (Dobar dan), "Auf Wiedersehen" (Do viđenja), "bitte/nichts zu danken" (molim/ nema na cemu) und "danke" (hvala). Die südslawischen Sprachen mögen aufgrund ihrer sehr komplexen Grammatik (7 Fälle) schwer zu erlernen sein. Auch an der Aussprache kann es für Ausländer sehr hapern, da vergleichsweise viele scharfe Konsonanten nebeneinander auszusprechen sind. Glücklicherweise spricht man genau so, wie geschrieben wird. Aber man kommt praktisch im ganzen Land relativ gut mit Englisch und Deutsch durch. Aufgrund der vielen Kriegsflüchtlinge, die in deutschsprachigen Gebiete lebten, können viele junge Menschen gut Deutsch.
Die Germanistik an den bosnischen Universitäten unterhält ein hohes Sprachniveau und hat regen Zulauf. Wie überall auf der Welt ist das Fremdsprachenniveau auf dem Land wesentlich geringer als in den Städten, aber auch hier findet sich oft jemand, der ein paar Brocken Deutsch oder Englisch spricht. Englisch ist die wichtigste Fremdsprache in der Schule und wird von der jüngeren Generation oft gesprochen, nicht zuletzt aufgrund der amerikanischen Filme, die kaum auf serbo-kroatisch oder gar bosnisch synchronisiert sind . Gebrochenes Deutsch sprechen noch viele ältere Menschen, ehemalige Gastarbeiter und Kriegsflüchtlinge. Im Sommer kommen noch viele Auslandsbosnier aus Deutschland, der Schweiz, Österreich usw. ins Heimatland, um die Ferien dort zu verbringen.
Politisch gesehen ist die Sprache eine sehr komplizierte Angelegenheit in Bosnien und Herzegowina und die offizielle Sprachregelung ein großes Hindernis im Friedensprozess um die Erhaltung des Ganzheitstaates. Nach dem Dayton Peace Agreement (praktisch die vorläufige - derzeit gültige Verfassung) gibt es in Bosnien und Herzegowina 3 konstituierende Völker und damit auch 3 Sprachen. Bosnisch, Kroatisch, Serbisch. Die Unterschiede zwischen diesen drei südslawischen Sprachvarianten sind gering und eine Verständigung untereinander ist problemlos möglich. Am ehesten könnte es mit dem Unterschied zwischen englisch und amerikanisch verglichen werden. In der Föderation benutzen die Bosniaken und die Kroaten die lateinische Schrift, während in der Republika Srpska kyrillisch geschrieben wird. Es sind Tendenzen der einzelnen Bevölkerungsgruppen vorhanden, durch die jeweilige Sprachvariante, ihre nationale Identität zu unterstreichen. So benutzen die Kroaten im Westen des Landes die Variante der in Kroatien verwendeten Schriftsprache. Die Bosniaken und die Kroaten verwenden die sogenannte "ijekavica", die Serben bis anhin auch, wobei in der Republika Srpska Bemühungen da sind, die serbische Schriftsprache zu benutzen, die sogenannte "ekavica" (obwohl die Leute bis anhin "ijekavisch" sprachen). Das heißt ein Wort wie z.B. Milch heißt auf serbisch mleko (in kyrillisch) und auf kroatisch/bosnisch mlijeko (in lateinischen Buchstaben). Relativ schwerfällig kommt die bosnische Variante zu ihrer Realisierung im Alltag, zumal sie relativ spät standardisiert wurde und nur von der bosnischen Oberschicht zur Zeit der osmanischen Herrschaft benutzt wurde. Hingegen haben sich viele sogenannten "Turzismen" eingebürgert, wie z.B. djezva=Kaffeekessel, cilim (gespr. tschilim) = Teppich...
Trotz der Ähnlichkeit der Sprachen ist das Recht auf die Nutzung der eigenen Muttersprache ein sehr wichtiges Recht, das politisch von großer Tragweite ist. Alle offiziellen Papiere müssen somit in alle 3 Sprachvarianten übersetzt werden, Schulbücher werden in allen Sprachen gedruckt etc.
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