Saudi-Arabien


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Saudi-Arabien liegt im Nahen Osten auf der Arabischen Halbinsel. Angrenzende Länder sind Jordanien, der Irak und Kuwait im Norden, Katar und die Vereinigten Arabischen Emirate im Osten und Oman und Jemen im Süden.

Beliebteste Reiseziele

Jiddah

Rang(0-10):16
Riyadh

Rang(0-10):14
Mecca

Rang(0-10):14
Medina

Rang(0-10):12
Yanbu‘ al Baḩr

Rang(0-10):6
Dhahran

Rang(0-10):6
Ad Dammām

Rang(0-10):6
Al Khubar

Rang(0-10):4
Madā’in Şāliḩ

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Al ‘Ulá

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Miná

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Al Qaţīf

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Abhā

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Aţ Ţā’if

Rang(0-10):4
Buraydah

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Al Jubayl

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Najrān

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Ras Tanura

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Sakākā

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Tabūk

Rang(0-10):2
Al Khafjī

Rang(0-10):2
Ḑubā

Rang(0-10):2
Khaybar

Rang(0-10):2
Jabal ‘Unāzah

Rang(0-10):2
Jabal al Ḩijāz

Rang(0-10):2
Dawmat al Jandal

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Ḩaddat ash Shām

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Al ‘Awāmīyah

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Al Muzdalifah

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Ad Dīrīyah

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Rābigh

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Abqaiq

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‘Usfān

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Rafha

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Şafwá

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Ḩafar al Bāţin

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Aţ Ţuwāl

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Al Ghāţ

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Shaqrā’

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Al Hufūf

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Tathlīth

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Salwá

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‘Arab

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Ar Rass

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Turabah

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Khamīs al Baḩr

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Ra’s al Khafjī

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‘Unayzah

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Khamīs Mushayt

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Al Bukayrīyah

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Provinzen

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Städte


Riad - Hauptstadt
Dschidda - Hafenstadt am Roten Meer
Mekka - Islamische Pilgerstadt
Medina - Islamische Pilgerstadt

Weitere Ziele


Jiddah
Jiddah liegt am roten Meer, das Klima ist feuchtwarm und für den Europäer sehr gewöhnungsbedürftig. Die Stadt unterscheidet sich sehr von Riyadh, man spürt mehr Offenheit und multikulturelle Einflüsse. Frauen dürfen auch unverschleiert in die Öffentlichkeit, es sind Spaziergänge am Strand möglich und sehr schön. Die Wohn- und Geschäftshäuser sind teilweise verziert und individuell gestaltet. An der Strandpromenade stehen zahlreiche meterhohe Skulpturen, einige kleinere sind originale Werke von Pablo Picasso.
Man kann in Restaurants und Hotels frischen Fisch essen, das rote Meer ist reichhaltig an den edelsten Fischen der Welt. Den Männern ist es vorbehalten, an den zahlreichen Resorts und Strandbädern Jetski zu fahren und ausgiebige Tauchgänge an den fantastischen Riffen mit seiner einzigartigen Vielfalt zu unternehmen.

Klima


Vorwiegend herrscht in Saudi-Arabien heißes und trockenes Klima. Die Küstengebiete sind regenarm und feuchtschwül; hier fällt regelmäßiger Niederschlag, in der im Landesinnneren gelegenen Wüste regnete es dagegen jahrelang gar nicht.
Die günstigste Reisezeit herrscht von November bis März, wenn die (Durchschnitts-)Temperaturen von 23°C bis 27°C reichen. In den übrigen Monaten des Jahres herrschen (Durchschnitts-)Temperaturen von 30 bis 37°C.
Im Sommer sind tagsüber Temperaturen von über 40 Grad normal, nachts geht es an den Küsten mitunter nicht unter 30 Grad. Man sollte darauf achten, unbedingt viel Wasser mit sich zu führen.

Anreise


Touristenvisa werden nur in sehr geringer Anzahl und unter strengen Auflagen, z. B. nicht an ledige Frauen unter 45 Jahren, für Gruppenreisen vergeben. Früher mussten Ausländer bei ihrer Einreise ihren Reisepaß abgeben und bekamen dafür einen Inlandsausweis für Ausländer ausgestellt, heute wird nur noch das Einreisevisum abgestempelt.
Im Normalfall benötigen Ausländer immer eine offizielle Einladung einer saudi-arabischen Organisation oder eines Sponsors. Diese ist für die Beantragung eines Einreisevisums zwingend erforderlich. Sonderregelungen gibt es für Gruppen von islamischen Pilgern (Hajj und Umrah), die die heiligen Stätten Mekka und Medina besuchen. Die Einreise ist meist nur mit dem Flugzeug oder mit dem Schiff gestattet. Der Reisepaß muss mindestens noch 6 Monate gültig sein und der Reisende hat gültige und bezahlte Rückflugtickets vorzuweisen.
Frauen unter 40 Jahren dürfen ohne Begleitung eines volljährigen nahen Verwandten (Vater, Ehemann, Bruder) nicht alleine einreisen.

Flugzeug


Saudi Arabien, besonders Djidah und Riyadh, sind von fast jedem europäischen Flughafen mit vielen internationalen Fluglinien zu erreichen. Die staatliche Linie Saudia fliegt mit modernen Flugzeugen und hat eine hohe Qualität. Inlandflüge mit Saudia sind sehr günstig, da keinerlei Steuern bezahlt werden müssen und der Preis für Kerosin konkurrenzlos billig ist.

Bahn


Die einzige Bahnstrecke des Landes führt von Riyadh nach Al Hofuf am Arabischen Golf (auf der arabischen Halbinsel sollte niemals die bei uns gängige Bezeichnung "Persischer Golf" verwendet werden, im Iran ist sie dagegen zwingend). Sie wurde in den 30ern von den Engländern für den damaligen König gebaut und kann heute von jedermann benutzt werden. Der Riyadher Bahnhof ist sehr luxuriös und einen Besuch wert. Weitere Bahnstrecken, teilweise von deutschen Unternehmen gebaut, werden heute nicht mehr benutzt. Seit 2004 wird an einer neuen Bahnverbindung geplant, die das Land zwischen Rotem Meer und Arabischem Golf durchqueren wird. Deutsche Unternehmen spielen dabei eine wichtige Rolle. So wird Siemens für 91 Mio. USD die wesentlichen Teile für die Signalisierung und Telekommunikation der 1000 km langen Bahnstrecke liefern und erstellen. Das gesamte Investition für diese "Wüstenbahn" beträgt 1,3 Mia. USD. Über die Strecke Jeddah - Riyadjh - Dammam informiert aktuell die Website der Saudi Railways Orginization auch in englischer Sprache.

Bus und Taxi


SAPTCO (Saudi Arabian Public Transport Company) betreibt Buslinien in vielen Städten und zwischen den grösseren Städten. Die Busse sind komfortabel (klimatisiert) und die Preise akzeptabel, generell billiger als in den USA oder Europa. Jeder Bus hat eine spezielle Sektion für Frauen und Kinder!
Taxis gibt es in allen grösseren Städten. Die Preise sind vom Staat vorgeschrieben und sollten über einen Taxameter ermittelt werden. Für längere Distanzen ist es dennoch empfehlenswert, den Preis vorher abzusprechen. Achtung: viele Fahrer, vor allem ausserhalb von Riad oder Dschidda, verstehen die englische Sprache nicht!

Auto


Eine Fahrt mit dem Auto von Saudi Arabien nach Europa ist über Jordanien-Syrien-Türkei-... möglich. Eine Reise nach Deutschland dauert mehr als eine Woche. Ein gültiges Visum eines Arbeitgebers ist Voraussetzung für einen Grenzübertritt. Sicherer ist jedoch die Anreise mit dem Flugzeug, da Grenzbeamte unter Umständen nur Arabisch verstehen und ein "Festsitzen" an der Grenze mitten in der Wüste sicher nicht sehr angenehm ist. Benzin ist mit ca. 8 cent, Diesel mit ca. 5 cent pro Liter (Stand: 2009) sehr billig, da der Treibstoff keine langen Wege zurücklegen muss und nicht besteuert wird.

Schiff


El Salam Ferries Lines betreibt Personen- und Autofähren im Roten Meer. U.a. die Linien:

Suez - Jeddah - Suez
Safaga - Debbah - Safaga
Safaga - Jeddah - Safaga
Akkaba - Nueba - Akkaba
Hurghada -Duba - Hurghada

Mobilität


Ausländer dürfen in Saudi-Arabien nur mit einem internationalen oder Sonder-Führerschein Auto fahren. Da es kaum gut funktionierenden Nahverkehr gibt, ist man auf Taxis oder auf Fahrzeuge der Gastgeber angewiesen. Wer jedoch den Kontakt mit Einheimischen nicht scheut, kann bei Strecken innerhalb der größeren Städte auf die sporadisch, aber häufig verkehrenden Kleinbusse zurückgreifen. Sie sind in der Regel kostenlos, man gibt jedoch einen freiwilligen Betrag an den Fahrer, der in der Regel ein Inder oder Pakistani ist. So auch die meisten anderen Fahrgäste, da der Saudi in der Regel ein oder mehrere Autos hat. Frauen ist das Autofahren (lt. Regierung aus Sicherheitsgründen wegen möglicher sexueller Belästigung) verboten. (Frauen dürfen denn auch den Berufs-Pilotenschein machen, da sie in der Luft kaum in Kontakt mit aggressiven Männern kommen werden.)
Die Entfernungen im Lande sind groß, deshalb ist Fliegen meist die empfehlenswerteste Verbindung zwischen den großen Städten. Die nationale Fluggesellschaft "Saudi Arabian Airlines/SAUDIA" ist weltweit eine der größten Fluglinien. Ein Inlandsflug ist vergleichsweise billig.

Sprache


Die Amtssprache Saudi-Arabiens ist Arabisch. Englisch ist offizielle Handelssprache und sehr haufig anzutreffen. Vorsicht: Deutsche, die schlechtes Englisch stottern, verlieren bei Saudis, die in Oxford, Cambridge oder Harvard studiert haben, schnell ihr Gesicht. Die Straßenschilder sind zweisprachig, auch verstehen fast alle Personen die man als Besucher in den Städten antrifft, die englische Sprache. Viele Saudis mit höherem Bildungsgrad haben eine Ausbildung oder ein Studium im westlichen Ausland absolviert, so wird man schon einmal überraschend in Landessprache begrüßt.

Das Englische wird vielfach innerhalb der jüngeren Bevölkerungsschichten (unter 30) verstanden und auch gesprochen. In den ländlichen Gebieten gilt dies nicht. Es wird auf jeden Fall empfohlen, Grundkenntnisse in Russisch mitzubringen.

GeldEinkaufen


Die Saudi Arabische Währung ist der Riyal, unterteilt in 100 Halalah. Banknoten gibt es in 1, 5, 10, 20, 50, 100, 200 und 500 Riyalscheinen. Münzen gibt es 5, 10, 25, 50 und 100 Halalah.
Der Saudi Arabische Riyal kann in jede Währung konvertiert werden. Es gibt Wechselstuben am Flughafen und Banken in Riyadh und anderen Städten, die Geld tauschen.
Kaufen kann man in der Regel alles, was nicht gegen die streng ausgelegten Regeln des Koran verstößt. So können sämtliche Artikel gekauft werden, die der Westeuropäer als notwendig betrachtet. Es gibt riesige Supermärkte, pompöse Shopping Mals, Schnellrestaurants an jeder Ecke, die sich an keine Öffnungszeiten halten müssen. Eine wesentliche Ausnahme bildet jedoch die Zeit des Gebets: fünfmal am Tag bitten tausende Muezzins die Muslime im ganzen Land zum Gebet. Auch ausländische Muslime (z.B. deutsche Konvertiten) müssen sich strikt daran halten. Zu dieser Zeit steht das Leben still, sämtliche Geschäfte, Restaurants und alle weiteren öffentlichen Einrichtungen werden geschlossen und sind für ca. 30 Minuten nicht zu betreten oder zu verlassen. Wer sich zu dieser Zeit im Laden befindet, kann sich einschließen lassen oder wird gebeten, zu gehen. Fast alle amerikanischen Marken sind vertreten, ob in Form von Autos, Schnellrestaurants oder Sportbekleidung. Man bemerkt, dass die meisten jungen Saudis sehr "markenbewusst" sind und sich nicht von westlichen Altersgenossen unterscheiden. Frauen können in den meisten Geschäften einkaufen, in einheimischen Imbissstuben werden sie entweder nicht eingelassen oder es existiert eine "Family Section", ein abgetrennter Bereich, in denen sich i.d. Regel Frauen und Kinder aufhalten. In diversen Banken gibt es für Frauen nicht nur eigene Räume, sondern auch spezielle Finanzprodukte.
Beim Einkauf und sonstigem Aufenthalt auf öffentlichen Straßen sollten auch westliche Frauen immer darauf achten, die Abaya zu tragen und ihre Haare mit einem Tuch bedeckt zu halten. Sie sind gesetzlich nicht dazu verpflichtet, sollten aber nicht unnötig provozieren, da ansonsten die Mutawas (Religionspolizei) von ihren Pick up's mit Lautspechern die Übeltäterin ermahnen, ihre Kopfbedeckung aufzusetzen. Die Religionspolizei gehört zum Stadtbild und achtet auf Einhaltung der strengen Sitten. Abaya und Kopftuch können deutsche Frauen z.B. bei der Botschaft für die Zeit ihres Besuches ausleihen. Im privaten Bereich legen die Frauen unter sich die Abaya sehr schnell ab und zeigen dann oft ihren verblüfften europäischen Besucherinnen die neuesten Pariser Modellkleider, die sie unter dem schwarzen Umhang tragen und deren Reiz nur für den eigenen Ehemann bestimmt ist.

Küche


Die arabische Küche ist an das Klima angepasst und ist leicht bekömmlich. Grundsätzlich wird zu fast jeder Mahlzeit Humus gereicht, ein Brei aus getrockneten Kichererbsen mit etwas Olivenöl, der mit frischen Fladenbrot aufgenommen gegessen wird.
Hühnchen- und Rinderfleisch, viel Gemüse, frisches Obst und immer wieder Humus und Fladenbrot sind Gerichte, die überall günstig zu haben. Datteln und Feigen, die vielerorts an Bäumen wachsen, sind das nahezu einzige "einheimische" Obst. Imbisse und kleinere Restaurants werden fast ausschließlich von Indern und Pakistani betrieben, die einen nicht unerheblichen Teil der Bevölkerung darstellen und unentbehrlich im Königreich sind. Diese Menschen haben einen Teil ihrer eigenen Kultur mit ins Land gebracht und drücken sie u.a. mit der Art und der Zubereitung von Essen aus. Zu jeder Mahlzeit und auch zwischendurch wird süßer Tee gereicht, der sehr intensiv schmeckt und leicht anregend wirkt.

Ausgehen


Ausgehen ist im Königreich nur mit vielen Entbehrungen möglich. Es sind jegliche Einrichtungen verboten, in denen Männer und Frauen zusammenkommen können. Darunter fallen Kinos, Diskotheken, Bars, Pubs usw. Männer allein können die wenigen Bars besuchen, die jedoch aufgrund des Alkoholverbots nicht stark frequentiert sind.
Nachts sind die Straßen fast leer, als junger Mensch fährt man mit dem Taxi zu den nächsten "Wohncamps" von Europäern oder Amerikanern, wo in der Regel ein anderes Leben mit vielen privaten Feiern und Freizügigkeit stattfindet.

Lernen


Es besteht eine neunjährige Schulpflicht für beide Geschlechter. Von der Grundschule bis zum Hochschulabschluss übernimmt der Staat die Ausbildungskosten. Die Einschulungsquote liegt bei 91 %. Es gibt acht Universitäten und 65 Colleges. In den grösseren Städten des Königreichs sind Schulen derjenigen Länder vorhanden, die viele ihrer Bürger im Land hat. So sind amerikanische, deutsche, britische und französische Schulen vor Ort und gegen ein geringes Schulgeld, das vom Arbeitgeber des Vaters bezahlt wird, zu besuchen. Es ist Pflicht für einen Schüler, der länger als ein halbes Jahr an einer Auslandsschule in Saudi-Arabien angemeldet ist, einen sechsmonatigen Arabischkurs mit mindestens Note "ausreichend" zu schaffen, ansonsten droht die Wiederholung des Kurses.
Vorurteile über die Berufsbildung der Saudis (nur Politiker oder Arzt) werden in jüngster zeit praktisch wöchentlich ad absurdum geführt. Sowohl in Riyadh als auch in Jeddah gibt es exellente Universitäten, die u.a. von renommierten Wissenschaftlern aus Ägypten und Grossbritannien aufgebaut worden sind. Seit der Amtsübernahme durch König Abdullah bin Abd al-Aziz bestimmen drei Faktoren die Wirtschaftspolitik: 1) Sparsamkeit im Staatshaushalt. Die Erdöleinnahmen, die erneut stark angewachsen sind, werden nicht mehr verschwenderisch ausgegeben wie beim ersten Boom in den 70ern. 2) Zielgerichtete Investitionen in Bildungseinrichtungen. Heute gibt es mehr weibliche als männliche Studenten an den Hochschulen. Die Berufstätigkeit der Frauen wird vom neuen König vorsichtig gefördert. 3) "Saudisierung" auf dem Jobmarkt; ein (teurer) westlicher Experte wird nur noch dann ins Land geholt, wenn kein Saudi für den Job qualifiziert ist. Einer der logistischen Partner der Saudis bei Entwicklungsberatung und Bildungswesen ist die [1] Gesellschaft für technische Zusammenarbeit (GTZ) in Eschborn.

Arbeiten


Saudi-Arabien hat keine Auslandsschulden mehr, doch die Regierung verlangt von ihren Bürgern heute mehr Leistung als je zuvor. Das Königreich hatte Anfang 2007 eine Arbeitslosenquote von 30% und viele Saudis müssen Arbeiten verrichten, die bisher von den ca. 7 Mio. Gastarbeitern ausgeführt wurden. Die Regierung versucht, die ausländischen Arbeitnehmer aus ihren Positionen zu verdrängen und die niedrig bezahlten Arbeitsplätze mit jungen Saudis zu besetzen – bislang werden nur 44 % der Arbeitsplätze von Saudis bekleidet. Die Frauen sind der Grund für den zögernden Erfolg dieser Arbeitsmarktpolitik. Männer, die "niedrige Arbeiten" machen, werden von den saudischen Frauen als Ehemann kaum akzeptiert. Unter "niedrigen Arbeiten" versteht man in Saudi-Arabien die Arbeit als Taxifahrer, Einzelhandeskaufmann, Kfz-Fachkraft, Maschinenbauer, Montagearbeiter oder als Angestellter im Büro. Zu den "höheren Arbeiten", wie Fernmelde- und Nachrichtentechnik, Architektur und Maschinenbau, wurden bisher Fachleute aus dem Westen eingeladen und mit üppigem Gehalt und allem Komfort verwöhnt. Zu beachten ist, dass es im Königreich weder Lohn- noch Einkommens- oder Vermögenssteuer gibt.

Feiertage


Donnerstag und Freitag ist Wochenende. Am Freitag gehen praktizierende Muslime in ihre Moschee zum gemeinsamen Freitagsgebet. Der Freitag ist jedoch nicht "geheiligt" wie der Sabbat der Juden oder der Sonntag der Christen. Vor und nach dem Moscheebesuch haben die meisten Geschäfte und Handwerksbetriebe geöffnet. Möglicherweise wird das Wochenende auch in Saudi-Arabien auf Freitag/Samstag umgestellt, wie das 2007 in den Vereinigten Arabischen Emiraten geschehen ist, um besser mit der westlichen Wirtschaft zu harmonieren.

Islamische Feiertage nach dem HidschraKalender





Im Fastenmonat Ramadan ist mit kürzeren Öffnungszeiten in Behörden und Museen usw. zu rechnen. Während des islamischen Opferfestes ʿĪd al-Aḍḥā bleiben Behörden, Banken usw. für vier Tage geschlossen.

Sicherheit


Saudi Arabien ist wahrscheinlich eines der sichersten Länder der Welt. Sieht man einmal von jüngsten Feldzügen gegen Al-Kaida ab und vergißt einige Bombenattentate der letzten 10 Jahre gegen amerikanische Einrichtungen, gibt es im Land praktisch keine Kriminalität. Kaum jemand verriegelt seine Haus- oder Autotür, niemand muß um sein Hab und Gut fürchten. Ursache dafür ist eine orthodoxe und konsequente Auslegung der Scharia, dem islamischen Gesetzbuch. Das saudi-arabische Strafrecht gilt in Westeuropa als eines der exotischsten und despotischsten der Welt. In den USA und in Asien wird dies schon differenzierter gesehen. In jedem Fall sollten sich Besucher vor Reisen unbedingt genau über seine Besonderheiten informieren. Expatriates deutscher Firmen werden heute in mehrtägigen (manchmal mehrwöchigen) Kursen auf ihren (meist 2jährigen) Aufenthalt im Königreich vorbereitet.
Während die Staaten der EU die Todesstrafe ablehnen, wird diese in Saudi-Arabien mittels Schwerthieb oder öffentlicher Steinigung praktiziert. Laut "Amnesty International" wurde die Todesstrafe im Jahr 2004 an mindestens 3.797 Menschen in 25 Ländern vollstreckt, mindestens 7.395 Menschen in 64 Ländern wurden zum Tode verurteilt. Wie schon in vergangenen Jahren sind vier Länder für die meisten Hinrichtungen verantwortlich: China (mind. 3.400), Iran (mind. 159), Vietnam (mind. 64) und die USA (59). In Saudi-Arabien waren es 2004 "nur" 35 Menschen, 2005 wurden wieder 83 Männer und 2 Frauen (beide wegen Mordes) enthauptet.

Gesund bleiben


Es gibt im Land sehr gut ausgebildete in- und ausländische Ärzte. Nach einem Anruf bei der deutschen Botschaft oder einer deutschen Institution werden auch zahlreiche deutschsprachige Ärzte benannt. Auch die Zahnmedizin einschl. Implantationstechniken werden auf höchstem Standard und meist britischem Vorbild praktiziert. Schönheitsoperationen liegen inzwischen im Trend, da nach einigen Fatwas diese den Frauen als ihr Recht auf Wohlbefinden zugestanden und deren Bezahlung zur Pflicht des (unterhaltsverpflichteten) Ehemanns erklärt worden sind.
Gesundheitsthemen werden in Saudi-Arabien regelmässig und erstaunlich offen mit sehr hohem Niveau im Staatsfernsehen diskutiert, vorwiegend auf "Saudi 2", wo gemischt arabisch-englisch gesendet wird (in Europa im Gegensatz zu "Saudi 1" nicht auf Astra oder Hotbird, sondern nur auf Arabsat zu empfangen). Dies gilt auch für die gynäkologische Chirurgie, die im Königreich zu den besten im Mittleren Osten zählt und federführend von einer in Deutschland aufgewachsenen ägyptischen Ärztin aufgebaut worden ist. Weibliche Beschneidungen sind in Saudi-Arabien übrigens nicht bekannt und hier auch nie Tradition gewesen. Einwandfreie Kenntnisse des "Cambridge-Englisch" sind in den arabischen Ländern die Voraussetzung für den Beginn eines Medizinstudiums. Das Gesundheitssystem ist sehr gut, man findet sofort und unkompliziert Hilfe. Die Krankenhäuser sind modern und komfortabel eingerichtet, das Personal ist gut bezahlt und motiviert. Zum Erhalt der Gesundheit tragen die zahlreichen Fitness- und Erholungsangebote bei, die teilweise nur von Männern beanspruchbar sind. In den Wohncamps sind Swimmingpools und Fitnessräume Standard. Selbst Eislaufen oder Rodeln ist in dem Wüstenstaat in bestimmten Hallen möglich.

Respekt


Der Koran, die "Hadithe" (überlieferte Äusserungen und Taten des Propheten Mohammed) und die "Scharia" (das islamische Gesetz) sind die Grundlage aller Sitten und Gebräuche in diesem islamischen Staat. Besonders die Rechte der Frauen sind nach unserem westlichen Verständnis stark eingeengt. Beispiel: Frauen dürfen im öffentlichen Strassenverkehr kein Kraftfahrzeug führen. Die offizielle Begründung lautet, dass dies zu deren Sicherheit vor sexueller Belästigung durch Männer so geregelt worden sei. Ausserdem verbiete es der Respekt vor der Rolle einer muslimischen Frau, sie bei etwaigen Verstössen gegen die Strassenverkehrsregeln (diese werden in Saudi-Arabien sehr hart, meist sogar mit Haft bestraft) in das Gefängnis zu bringen. Dies klingt nicht ganz unglaubhaft, wenn man weiss, dass es inzwischen mehrere weibliche Pilotinnen gibt. Die Rolle der Frau verbessert sich seit Amtsantritt von König Abdullah bin Abd al-Aziz sehr rasch. Inzwischen studieren an den Hochschulen des Landes mehr Frauen als Männer. Neuerdings wird im Staatsfernsehen über die Integration der Frauen in das Berufsleben diskutiert. Tendenz: die Wirtschaft kann auf das weibliche Potenzial nicht mehr verzichten.
Die islamischen Gebete (fünfmal von Sonneaufgang bis -untergang) sind Gesetz; Läden, Kaffeehäuser und Restaurants schließen zur "Prayer Time" (Gebetszeit).
Alkohol und Drogen sind ausnahmslos verboten. Verstöße (Besitz oder Konsum und noch mehr der illegale Handel bzw. Schmuggel) werden sehr hart bestraft. Auch westliche Ausländer können dafür körperlich gezüchtigt (Auspeitschung) werden. Auf Drogenbesitz und -konsum steht die Todesstrafe.
Das Zusammenleben, aber auch schon das gemeinsame Übernachten in einem Zimmer von unverheirateten Partnern wird strafrechtlich verfolgt. (Peitschenhiebe für den Mann). Für Nicht-Muslime wird keine Ausnahme gemacht. Ehebruch kann (vor allem beim Mann) mit dem Tod bestraft werden.
Homosexuelle Handlungen stehen unter schwerer Strafe wie Peitschenhiebe und Gefängnis, können aber auch mit dem Tode bestraft werden. Nach offiziellen Zahlen wurden bisher vier Männer wegen Homosexualität hingerichtet. Bisher wurden nur Männer für diese Straftat verurteilt, ein Fall von weiblicher Homosexualität ist bisher in Saudi-Arabien nicht bekannt. Das Verbot der Homosexualität wurde Ende 2005 durch eine Fatwa durch den Rat der Geistlichen weiter verschärft.
In der Kleidung haben sich Ausländer unbedingt den Landessitten anpassen. Männer sollten auch bei 50°C in der Wüste stets lange Hosen und Hemden tragen, jedoch auf keinen Fall die den Einheimischen vorbehaltenen langen, weissen Gewänder (Dischdascha) und das weisse oder rot-weiss gewürfelte Tuch über dem Kopf (Kuffiyeh), das von einer schwarzen Kordel (Agal) gehalten wird. Frauen muss dringend dazu geraten werden, ausserhalb des Hotels und zur eigenen Sicherheit den üblichen schwarzen Umhang mit einem Kopftuch zu tragen.
Die Araber sind seit dessen Gründung im Jahr 1948 mehrheitlich feindlich gegen den Staat Israel und den Zionismus eingestellt, nicht jedoch gegen die Juden bzw. gegen die jüdische Religion, wie dies oft fälschlich dargestellt wird. Der Koran schreibt den Muslimen sogar vor, dass sie die heiligen Bücher der Juden (Thora und Talmud) respektieren und achten müssen. Gespräche über dieses Thema sollten von Nicht-Muslimen besser vermieden werden, es sei denn es besteht eine persönliche Freundschaft zum einheimischen Gesprächspartner. Die Deutschen sind bei fast allen Saudis hoch angesehene Leute, denn mit ihnen verbinden die Saudis einerseits hohen technischen Sachverstand und Kompetenz, andererseits werden historische Symphatien erwidert, die jüngeren Deutschen kaum noch bekannt sind. So leistete die Bundesrepublik Deutschland dem Königreich Saudi-Arabien bereits 1952 uneigennützige Entwicklungshilfe, ohne sich in die politischen oder religiösen Angelegenheiten des Landes einzumischen. Damals zählte das Königreich zu den ärmsten Ländern der Welt. Noch weniger bekannt sind die Ereignisse vor und im I. Weltkrieg, wo sich der letzte deutsche Kaiser Wilhelm II. im Wettstreit mit dem britischen Empire selbst zum Schutzherrn aller Muslime erhob. Die von ihm geplante "Bagdad-Bahn" wurde zwar nur teilweise realisiert, sollte jedoch einmal bis in die Heilige Stadt Mekka führen. Nach der Tradition der Beduinen verpflichtet dies zu einer gewissen Dankbarkeit und ist ein Grund dafür, warum die Deutschen gegenüber Amerikanern oder Briten meistens bevorzugt werden. Die Annahme vieler Deutschen, sie seien lediglich wegen der Judenverfolgung in Deutschland (Holocaust) so beliebt, ist falsch bzw. Inhalt deutschfeindlicher Propaganda.

Post


Es gibt keine Brief- und Paketzustellung an Privatadressen in Saudi-Arabien. Auch Ausländer (Expatriates) können sich beim nächst gelegenen Postamt ein Postfach einrichten lassen.

Telefon


Festnetz: Saudi-Arabien hat eines der modernsten und effizientesten Telefonnetzwerke der Welt. Telefonieren ist sehr preiswert.
Nützliche Nummern im ganzen Königreich sind:

Polizei: 999
Ambulanz: 997
Feuerwehr: 998
Strassenunfälle: 993
Internationale Information: 900
Auskunft: 905
Telefonstörung: 904

Das GSM Mobilfunknetz wird durch zwei Betreiber abgedeckt: Etihad Etisalat Company (Mobily) und Saudi Telecom Company (STC) (AL JAWAL). Prepaidkarten werden für beide Netze angeboten. Weitere Infos zur Netzabdeckung und Roamingpartnern findet man unter GSM-World.
Für längeren Aufenthalt bzw. für Wüstentouren empfiehlt sich ein Satellitentelefon der Thuraya Satellite Telecommunications Co. Geräte können in fast allen europäischen Ländern geliehen werden.

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