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Weltkarte und Länderinformationen. Ungleichheit in der Welt

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Ungleichheit in der Welt

Aufsehen erregt hat vor kurzem ein Bericht des bekannten französischen Ökonomen Thomas Piketty. Forscher um Piketty stellten in Paris einen Bericht über die Ungleichheit in der heutigen Welt vor. Mehr als hundert Forscher haben einen Weltbericht über Ungleichheit vorgelegt. Die Situation in Deutschland dokumentiert dabei einen alarmierenden Trend. Die Ungleichheit in der Bundesrepublik ist demnach heute etwa so groß wie vor einem Jahrhundert. Nach Ansicht der Forscher ist der Abstand in Europa am geringsten. In Nordamerika ist die Ungleichheit dagegen größer. Um Ungleichheit zu bekämpfen, empfehlen Piketty und das Forschungsteam unter anderem, gegen Geldwäsche und Steuerhinterziehung vorzugehen.

Ungleichheit ist mit hohen wirtschaftlichen, sozialen und moralischen Kosten verbunden und kann in der Regel eine der größten Herausforderungen für die globale Entwicklung und die Struktur der Staaten darstellen. Die wachsende Kluft zwischen Reichen und Armen spiegelt sich in einem niedrigen Lebensstandard wider, der sich in vielen höheren Armutsraten und zunehmenden sozialen Spannungen niederschlägt. Dies ist häufig auch in den ehemals sozialistischen Ländern der Fall. Die Statistiken der Weltbank über die Armut in Osteuropa und der ehemaligen UdSSR geben kaum Aufschluss über die systemischen Veränderungen seit dem Ende der Planwirtschaft und der Öffnung der 90er Jahre. Innovative Programminhalte, bedingte Cash-Transfer-Programme wie Brazils Bolsa Familia und Mexicos Opportunidades haben gezeigt, dass die Umverteilung des Einkommens an die weniger Glücklichen eine kluge Investition ist. Unvorstellbar ist die Tatsache, dass die 200 reichsten Menschen der Welt ein Gesamtvermögen von über einer Billion US-Dollar besitzen. Dies entspricht einem maximalen jährlichen Einkommenswert von 47% der Weltbevölkerung. Dabei sterben täglich mehr als 30.000 Kinder, weil ihnen die Grundbedürfnisse fehlen und 780 Millionen Menschen hungern. Die Zahl in Afrika hat sich in den letzten 28 Jahren auf 215 Millionen verdoppelt. Noch nie zuvor in der jüngeren Wirtschaftsgeschichte war der Wohlstand global so ungleich verteilt wie heute. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie, die die Entwicklungsorganisation Oxfam vor der Eröffnung des Weltwirtschaftsforums in Davos vorgelegt hat. Leider gibt es korrupte Staaten, in denen sich einige große Vermögenswerte ansammeln. Aber das ist ein Grund, die jeweiligen Regierungen anzugreifen, nicht aber die freien Marktplätze.

Einkommen: Die Ungleichheit innerhalb der Weltregionen ist sehr unterschiedlich. Länder mit geringer Ungleichheit liegen vor allem in Europa. Kanada und die USA haben eine mittlere Einkommensungleichheit.

Auf dieser Seite ist eine Übersicht über Statistiken zu Armut und Ungleichheit aufgelistet. Hier werden diverse Statistiken der UN und der Weltbank berücksichtigt. Die Daten von Thomas Piketty sind allerdings nicht dabei. Dies liegt zum einen daran, dass die Datenlage sehr dünn ist und nur für wenige Länder aussagekräftige Werte vorliegen. Auf der anderen Seite gibt es vermehrt Kritik an der Auswahl und Verarbeitung der Daten. Da nicht ausgeschlossen werden kann, dass der Piketty-Bericht dadurch "geschönt" wurde, wird auf die Daten verzichtet.
Es sollte aber immer berücksichtigt werden, dass es keine eindeutige Definition der Begriffe "Armut" und "Ungleichheit" gibt und auch nie geben wird. Daher bilden alle Statistiken zu dem Thema immer nur einzelne Teilaspekte ab!